Meldung

07. Juni 2017

Junge Menschen endlich mobiler machen

Ohne Auto von A nach B zu kommen, stellt besonders junge Menschen im Kreis Wesel vor Herausforderungen. Es ist leider nichts Ungewöhnliches, wenn schon am Samstag-Nachmittag der letzte Bus abfährt. Zwar will der Kreis Wesel bald einen neuen Nahverkehrsplan auflegen, der das ÖPNV-Angebot festlegt. Wir sehen dabei jedoch deutlichen Verbesserungsbedarf.

„Junge Menschen wollen mobil sein. Im Kreis Wesel ist das allerdings nicht so leicht. Es gibt kaum Alternativen zum Auto, da das ÖPNV-Angebot mau ist. Besonders am Wochenende kommen junge Menschen kaum aus den Dörfern raus. Hier muss sich etwas ändern, doch mit dem neuen Nahverkehrsplan wird fast alles beim Alten bleiben“, kritisiert unser Vorsitzender Benedikt Lechtenberg. Aus unserer Sicht müsste das Mobilitätsangebot erweitert werden. Zusätzliche Linien, aber auch flexible Angebote wie Taxi-Busse am Freitag- und Samstagabend sowie Mitfahrbänke könnten die Menschen auf beiden Rheinseiten mobiler machen.

Kein Weiter-So hinnehmen

Das wäre ein denkbarer Weg, den der Nahverkehrsplan leider nicht gehen will. Ein entscheidender Grund liegt im Kriterium der „Eigenwirtschaftlichkeit“, nach der der Nahverkehrsplan entworfen wurde. Die Kosten für den ÖPNV sollen demnach möglichst gering gehalten werden. Wenn das Angebot allerdings nicht deutlich erweitert wird, wird sich auch an der stagnierenden Nachfrage nur wenig ändern.

Bedauerlich ist aber noch etwas: junge Menschen wurden gar nicht bei der Entwicklung des bald zur Abstimmung stehenden Nahverkehrsplans gefragt. Wir haben deshalb schon gefordert, dass künftig auch junge Menschen eingebunden werden müssen. Vor rund einer Woche waren wir im Weseler Kreishaus bei der Vorstellung des Nahverkehrsplans. Dort haben wir Kritik geübt und Anregungen gegeben.

Junge Menschen künftig beteiligen

Und was nun? Ein Weiter-So wollen wir nicht hinnehmen. Junge Menschen sollen endlich mobiler im Kreis Wesel sein können. Deshalb muss jetzt etwas passieren. Ansonsten könnte das schlechte Angebot weitere fünf Jahre bestehen. Sollten bis zur geplanten Abstimmung über den Plan Anfang Juli keine Verbesserungen aufgenommen werden, fordern wir eine Verschiebung der Abstimmung auf die zweite Jahreshälfte, um endlich Fortschritte im Plan aufnehmen zu können!